Der Zoo schliesst um sechs, Night Safari oeffnet um 19:30 Uhr, beides liegt zwar nicht am Ende der Welt, aber doch nicht gerade mitten in der Stadt - super Geschaeftsmodell fuer das Ulu Ulu Safari-Restaurant ... da ist Selbstbedienung von verschiedenen Staenden mit verschiedenen Kuechen angesagt. Ich esse irgend so ein indisches Gemuesecurry. Das ist natuerlich kein Highlight, dafuer aber relativ teuer, kein Wunder bei dem Geschaeftsmodell. Egal. Schlecht ist es nicht, ich bin erst einmal gesaettigt, ohne mich voll zu fuehlen, und so ist die Wartezeit gut genutzt. Als es gegen sieben dunkel wird, stelle ich fest, dass man es mit der Oeffnungszeit nicht ganz genau nimmt - ab kurz nach sieben wird man schon eingelassen. Gut!
Ich will mir erst einmal alles in Ruhe zu Fuss ansehen. Dazu gibt es drei Entdeckerpfade, den Fishing Cat Trail, den Leopard Trail und Forest Giants Trail. Ehe man sich's versieht, geraet man auch schon gleich auf den Fishing Cat Trail, auf dem man zuerst Kleinkantschile beobachten kann. Irgendwie kann ich mir den englischen Namen dieser katzengrossen Minihirsche einfach besser merken: mousedeer heissen die. (Interessanterweise nicht catdeer, wo sie doch nun wirklich deutlich groesser sind als eine Maus ...) Ach ja, die waren auch im Zoo gleich zu Anfang zu sehen, in der Naehe der Gaviale ... hatte schon ueberlegt, ob die das Gavialfutter darstellen ... haps!
Dann kommen die namengebenden fischenden Katzen. Das eigentlich Beeindruckende sind die Pfade durch den vorsichtig erleuchteten naechtlichen Regenwald. Die Schilder sind sprechend - man kann sich auf Knopfdruck ein paar Kurzinformationen zu den Tieren in einer von vier Sprachen anhoeren. Wo man den Weg der Zoobahn ("Tram") kreuzt, stehen Aufpasser, die verhindern, dass man auf diesen Strassen entlanggeht. Die sind naemlich offenbar fuer Fussgaenger verboten. Nach einem Stueck Wegs an Wolf und Hyaene vorbei geraet man auf den Leopardenpfad. Da gibt's (ausser den namengebenden Katzen) drei Sorten Stachelschweine und einen Schweinsdachs, der sich genau so benimmt, wie der Name es erwarten laesst. Im ersten Moment habe ich mich wirklich gefragt, was das da wohl fuer ein kleines Schwein waere, das den Boden umgraebt ... wohl wie immer auf der Suche nach Leckerli. Den Koboldmaki finde ich nicht in seinem duesteren Gehege, aber dass eins seiner Augen mehr wiegt als sein Gehirn, hat mich ja doch beeindruckt. Damit kann er dann wohl besser sehen als denken?! Zumal er ja zwei Augen hat und nur ein Gehirn.
Ganz in der Naehe ist das meiner Meinung nach Beste der Night Safari: der Mangrove Walk, eine Voliere fuer freifliegende Fledermaeuse. Es stand extra an der Tuer, dass man besser nicht hineingeht, wenn man sich vor Fledermaeusen fuerchtet. Mein Hauptproblem war natuerlich, dass ich keine Muetze dabei hatte - pflegte doch meine Omi zu sagen, dass man eine Fledermaus nie wieder aus den Haaren bekommt, wenn sie einmal drin ist. Die koenne man dann nur noch herausschneiden, und ich habe doch keine Schere dabei ...!! Nun sind Fledermaeuse ja nicht selbstmoerderisch veranlagt und pflegen nicht mit Menschen zu kollidieren, also habe ich mich - wow! das nenn' ich mutig! - mit offenen Haaren hineingetraut! Hier gibt es die kleinen Fruchtfledermaeuse und vor allem die grossen, malaysischen Flugfuechse, die ebenfalls Fruchtfresser sind. Und natuerlich jede Menge leckeres Obst fuer die Flattertiere. Sie fliegen mir nicht in die Haare, aber doch so dicht an mir vorbei, dass ich die Luftbewegung spueren kann, die ihr Fluegelschlag verursacht.
Danach komme ich noch durch die Voliere des Riesenflughoernchens. Ich habe irgendwo etwas gesehen, was vielleicht ein kleines Pelztier mit Flughaeuten war, aber das hat sich sowas von nicht geruehrt ... Auf Giraffen und Zebras verzichte ich und mache mich auf den Rueckweg. Da soll man noch einmal an Babirusas und Bartschweinen vorbeikommen. Die Babirusas finde ich, sie sind allerdings nicht sehr aktiv. Aber wo sind die Bartschweine? Im schon erwaehnten Pig-ture this! steht ja, dass es eine richtige Rotte geben soll. Ich frage sogar extra einen der Aufpasser, um zu erfahren, dass sie in den West Loop umgezogen seien. Der sei aber nur per Tram zugaenglich. Was ist das denn fuer ein Mist! Dann muss ich wohl Tram fahren. Der Rueckweg fuehrt mich erst noch ueber den Forest Giants Trail. Dieser Baumriesenpfad samt sehr solider Haengebruecke ist tierlos - hm. Die Baumriesen kann man sich wohl besser am Tag ansehen, das finde ich nicht so gelungen.
Am Eingang kaufe ich eine Fahrkarte fuer die Tram und steige ein. Zwei Reihen hinter mir sitzen zwei Inder, die sich entweder miteinander oder per Mobtel mit Dritten lautstark unterhalten. Das nervt doch ziemlich ... Ansonsten ist es ja ganz nett, noch einmal die 3,2 km lange Rundfahrt in einer guten halben Stunde zu machen, aber auch hier gehe ich mit leichtem Frust. Man kann nie genug sehen! Fuer manche Tiere wird sogar angehalten, aber den 11 Exemplaren von Sus barbatus, die sich zumindest nicht versteckt halten, wird diese Ehre leider nicht zuteil. Buuuuhh! Und dabei habe ich, wenn ich mich recht erinnere, noch nie ein leibhaftiges Bartschwein gesehen. Zu gemein, wenn man dann nur einen Blick im Vorbeifahren darauf werfen kann.
Damit habe ich dann Rundgang und -fahrt beendet. Mit dem Taxi lasse ich mich zurueckfahren ins Hotel, wo ich gegen halb zwoelf etwas muede ins Bett falle. Ganz schoen viel gesehen an zwei Tagen - so viel, dass dafuer (nicht nur 3+2 wie angekuendigt, sondern sogar) sieben Blogartikel noetig sind! Und die hatte ich trotz grosser Tapferkeit nicht auf einen Streich fertig ...
Jaja, ich weiß, manche/r hätte gern mehr Fotos aus Shanghai und von unterwegs gesehen ... insgesamt sind in den vergangenen dreieinhalb Jahren ca. 45.000 Stück entstanden. Aber das hat man eben nur zum Teil meiner Faulheit zu verdanken - zu einem mindestens genau so großen Teil der chinesischen Regierung mit ihrer "great firewall". Hoch lebe das freie Internet!
Wer weiterhin meine Bemerkungen über Gott und die Welt lesen möchte, klickt bitte hier:
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Wenn ich es schaffe, gibt es hier übrigens auch noch Updates, und zwar aus den bisher unveröffentlichten Reisetagebuchnotizen.
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Montag, 5. Mai 2008
Sonntag, 4. Mai 2008
Sonntag, 20. April 2008: Singapore Zoo
Der Taxifahrer hatte zwar behauptet, es waere ja sooo weit zum Zoo, aber richtig lange brauchen wir nicht. Unterwegs regnet es ein paar Tropfen, die zum Glueck gar nicht der Rede wert sind. Ich bin froh, dass es nicht regnet wie am Donnerstagmorgen: das war eher wie eine Sintflut. Ich hatte schon gedacht, das Taxi muesse sich jetzt gleich in ein Amphibienfahrzeug verwandeln. [Ich war da noch im Nachhinein mit meiner Entscheidung sehr zufrieden, einen Raum in einem Hotel zu buchen. In unseren Firmenraeumlichkeiten war naemlich alles belegt, und man hatte mir angeboten, ich koennte den rooftop genannten Dachgarten fuer meinen Workshop benutzen ...]
An der Zookasse kaufe ich mir ein Kombiticket (30 S$) fuer den Tag- und Nachtzoo ("Night Safari") und mache mich auf den Weg. Alles ist ueppig gruen - der Zoo liegt in einem Stueck Regenwald am Ufer des Seletar-Stausees. Waehrend das fuer Asien wohl nicht normal ist, finde ich es nicht so ungewoehnlich, dass die Tiere nicht hinter dicken Gittern inhaftiert sind, sondern in Gehegen, die durch weniger sichtbare Einrichtungen wie Graeben dafuer sorgen, dass Mensch und Tier sich nicht allzu nahe kommen. Als erstes entdecke ich einen Gavial und einen weissgesichtigen Saki-Affen, dann kommen die ueberall beliebten Kurzkrallenotter mit dem doch recht strengen Geruch. Alles na ja.
Im naechsten Gehege haben sich zwei schwarz-weisse malaiische Tapire in ein schattiges Eckchen gesuhlt und machen erst mal gar nichts. Die sind ja auch nachtaktiv. Gleich nebenan sind die angeblich ebenfalls nachtaktiven Hirscheber oder Babirusas (indonesisch babi - Schwein, rusa - Hirsch) tagaktiv: ein Eber waelzt sich mit offensichtlichem Vergnuegen auf dem Ruecken in seiner eher feucht-sandigen denn schlammigen Suhle. An den Baeumen am Rand des Geheges schwirren Kolibris (glaube ich jedenfalls). Die weissen Tiger ein paar Meter weiter sind eine grosse Attraktion fuer viele, ich gehe lieber rasch weiter zum Zwergflusspferd. Als "westafrikanische Unterwasserballerina" werden die Mini-Flussschlammschweine hier angepriesen. Und damit die Besucher auch genau dieses Bild mitnehmen koennen, ist das Becken so angelegt, dass direkt an der Scheibe ein schoener Gang ist, wo die Hippos entlanglaufen koennen. Und das tun sie auch: zum Schwimmen sind sie zu schwer, sie stossen sich ein bisschen mit den Hufen am Fluss- oder Beckengrund ab und schweben dann quasi leichtfuessig durchs Wasser. Ich fuehle mich an mich selbst im Schwimmbad erinnert, wenn ich nicht schwimme. ;-)) Bei den Ballerinas (der Begriff gilt hier gleichermassen fuer Maennchen und Weibchen) halte ich mich ziemlich lange auf, bevor ich entdecke, dass gleich nebenan ein Paar Wuestenwarzenschweine - sich faul in den Schatten gesuhlt hat, was sonst. Eins steht aber doch auf und geht ein paar Blaetter naschen.
Dann mache ich mich auf den Weg zu den grossen Ruesseltieren, den asiatischen Elefanten. Unterwegs komme ich am Outback vorbei, wo sich die giftigste Schlange der Welt (alle mal raten, welche das sein koennte - Loesung hier) in ihrem Terrarium vor sich hin langweilt. Und wenn sie sich nicht selbst langweilt, so doch wenigstens die Besucher. Die Kaengurus huepfen (ohne boing! zu rufen) ebenso lustlos vor sich hin. - Bei den Elefanten ist gerade showtime, sie fuehren Waldarbeiten und kleine Kunststueckchen vor und demonstrieren ihre Staerke und Geschicklichkeit. Als die Vorfuehrung zu Ende ist, faengt es an zu regnen, igitt! Ich muss wohl doch meinen Schirm auspacken. Bei den Orang Utans laeuft ein Grashaufen im Gehege herum: darunter befindet sich natuerlich ein offenbar wasserscheuer Affe. Er hat, wohl in Ermangelung eines Schirms, einen kreativen workaround gefunden. Als der Regen nachlaesst, wird der Haufen abgeworfen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass immer noch Wasser vom Himmel faellt, versucht er es jetzt mit einem Stueck Sack (ohne Asche).
Danach will ich die Komodo-Warane besuchen, tu' mich aber erst ein bisschen schwer, das Gehege zu finden. Als ich es endlich gefunden habe, ist die Enttaeuschung gross: ich kann nur eine Schwanzspitze hinter einem Busch in einer entfernten Gehegeecke ausmachen. Schaaade! Nun gut, ich sehe mir kurz den Reptiliengarten in der Naehe an und die Stachelschweine und will wenigstens noch rasch zu den Seekuehen, den Manatis. Ich irre schon wieder ein bisschen herum - es ist nicht alles ganz so einfach zu finden. Leider wohnen die Manatis bei den Seeloewen, und die hatten gerade showtime. Da herrscht entsprechend grosses Gedraenge, insbesondere, weil man sich nachher von einem Seeloewen kuessen und sich dabei fotografieren lassen kann. Und auf den Beckenpfosten sind malerisch Pelikane postiert, die mit einer boese aussehenden "Kralle" an der Schnabelspitze nach allem hacken, was zu nah kommt - so seh' ich die Seekuh nur ein- oder zweimal entfernt vorbeischweb-schwimmen. Das war also auch keine richtig gute Idee, und jetzt habe ich fuer das "Fragile Forest" genannte Regenwaldhaus und, viel schlimmer, fuer die Nasenaffen keine Zeit mehr, denn der Zoo wird gleich schliessen! [Weiss eigentlich irgendwer, warum ich bei Nasenaffen immer an pneumatische Plastologie denken muss??!] Insofern gehe ich mit leichtem Frust. Im Zooladen gibt es nicht mal ein Plueschbabirusa oder sonst eine gute Schweinerei als Mitbringsel, das lindert den Frust auch nicht gerade. Immerhin steht vor dem Zoo ein Bronzewildschwein. Und auf der Website gibt's Pig-ture this!
An der Zookasse kaufe ich mir ein Kombiticket (30 S$) fuer den Tag- und Nachtzoo ("Night Safari") und mache mich auf den Weg. Alles ist ueppig gruen - der Zoo liegt in einem Stueck Regenwald am Ufer des Seletar-Stausees. Waehrend das fuer Asien wohl nicht normal ist, finde ich es nicht so ungewoehnlich, dass die Tiere nicht hinter dicken Gittern inhaftiert sind, sondern in Gehegen, die durch weniger sichtbare Einrichtungen wie Graeben dafuer sorgen, dass Mensch und Tier sich nicht allzu nahe kommen. Als erstes entdecke ich einen Gavial und einen weissgesichtigen Saki-Affen, dann kommen die ueberall beliebten Kurzkrallenotter mit dem doch recht strengen Geruch. Alles na ja.
Im naechsten Gehege haben sich zwei schwarz-weisse malaiische Tapire in ein schattiges Eckchen gesuhlt und machen erst mal gar nichts. Die sind ja auch nachtaktiv. Gleich nebenan sind die angeblich ebenfalls nachtaktiven Hirscheber oder Babirusas (indonesisch babi - Schwein, rusa - Hirsch) tagaktiv: ein Eber waelzt sich mit offensichtlichem Vergnuegen auf dem Ruecken in seiner eher feucht-sandigen denn schlammigen Suhle. An den Baeumen am Rand des Geheges schwirren Kolibris (glaube ich jedenfalls). Die weissen Tiger ein paar Meter weiter sind eine grosse Attraktion fuer viele, ich gehe lieber rasch weiter zum Zwergflusspferd. Als "westafrikanische Unterwasserballerina" werden die Mini-Flussschlammschweine hier angepriesen. Und damit die Besucher auch genau dieses Bild mitnehmen koennen, ist das Becken so angelegt, dass direkt an der Scheibe ein schoener Gang ist, wo die Hippos entlanglaufen koennen. Und das tun sie auch: zum Schwimmen sind sie zu schwer, sie stossen sich ein bisschen mit den Hufen am Fluss- oder Beckengrund ab und schweben dann quasi leichtfuessig durchs Wasser. Ich fuehle mich an mich selbst im Schwimmbad erinnert, wenn ich nicht schwimme. ;-)) Bei den Ballerinas (der Begriff gilt hier gleichermassen fuer Maennchen und Weibchen) halte ich mich ziemlich lange auf, bevor ich entdecke, dass gleich nebenan ein Paar Wuestenwarzenschweine - sich faul in den Schatten gesuhlt hat, was sonst. Eins steht aber doch auf und geht ein paar Blaetter naschen.
Dann mache ich mich auf den Weg zu den grossen Ruesseltieren, den asiatischen Elefanten. Unterwegs komme ich am Outback vorbei, wo sich die giftigste Schlange der Welt (alle mal raten, welche das sein koennte - Loesung hier) in ihrem Terrarium vor sich hin langweilt. Und wenn sie sich nicht selbst langweilt, so doch wenigstens die Besucher. Die Kaengurus huepfen (ohne boing! zu rufen) ebenso lustlos vor sich hin. - Bei den Elefanten ist gerade showtime, sie fuehren Waldarbeiten und kleine Kunststueckchen vor und demonstrieren ihre Staerke und Geschicklichkeit. Als die Vorfuehrung zu Ende ist, faengt es an zu regnen, igitt! Ich muss wohl doch meinen Schirm auspacken. Bei den Orang Utans laeuft ein Grashaufen im Gehege herum: darunter befindet sich natuerlich ein offenbar wasserscheuer Affe. Er hat, wohl in Ermangelung eines Schirms, einen kreativen workaround gefunden. Als der Regen nachlaesst, wird der Haufen abgeworfen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass immer noch Wasser vom Himmel faellt, versucht er es jetzt mit einem Stueck Sack (ohne Asche).
Danach will ich die Komodo-Warane besuchen, tu' mich aber erst ein bisschen schwer, das Gehege zu finden. Als ich es endlich gefunden habe, ist die Enttaeuschung gross: ich kann nur eine Schwanzspitze hinter einem Busch in einer entfernten Gehegeecke ausmachen. Schaaade! Nun gut, ich sehe mir kurz den Reptiliengarten in der Naehe an und die Stachelschweine und will wenigstens noch rasch zu den Seekuehen, den Manatis. Ich irre schon wieder ein bisschen herum - es ist nicht alles ganz so einfach zu finden. Leider wohnen die Manatis bei den Seeloewen, und die hatten gerade showtime. Da herrscht entsprechend grosses Gedraenge, insbesondere, weil man sich nachher von einem Seeloewen kuessen und sich dabei fotografieren lassen kann. Und auf den Beckenpfosten sind malerisch Pelikane postiert, die mit einer boese aussehenden "Kralle" an der Schnabelspitze nach allem hacken, was zu nah kommt - so seh' ich die Seekuh nur ein- oder zweimal entfernt vorbeischweb-schwimmen. Das war also auch keine richtig gute Idee, und jetzt habe ich fuer das "Fragile Forest" genannte Regenwaldhaus und, viel schlimmer, fuer die Nasenaffen keine Zeit mehr, denn der Zoo wird gleich schliessen! [Weiss eigentlich irgendwer, warum ich bei Nasenaffen immer an pneumatische Plastologie denken muss??!] Insofern gehe ich mit leichtem Frust. Im Zooladen gibt es nicht mal ein Plueschbabirusa oder sonst eine gute Schweinerei als Mitbringsel, das lindert den Frust auch nicht gerade. Immerhin steht vor dem Zoo ein Bronzewildschwein. Und auf der Website gibt's Pig-ture this!
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Samstag, 3. Mai 2008
Sonntag, 20. April 2008: China in Little India
Heute ist das Aufstehen ein bisschen schwieriger, aber ich schaffe es trotzdem, immer noch halbwegs puenktlich am Fruehstuecksbuffet zu erscheinen. Diesmal entscheide ich mich, draussen zu sitzen - aber das ist ein wenig tueckisch. Als ich meinem Tischchen gerade den Ruecken kehre, um mir noch etwas zu holen, sind diese schwarzen Starenvoegel schon gleich da. Ich habe zwar keine Lebensmittel mehr auf dem Tisch, und die Teetasse habe ich schon vorsichtshalber mit dem Reisefuehrer zugedeckt, aber trotzdem ... Ich gehe zurueck und schlage erst einmal mein Besteck in die Serviette ein, daraufhin finden sie es nicht mehr attraktiv. Als ich wieder zurueck bin, sehe ich an einem anderen Tisch eine freche Dohle. Am Ende fliegt sie mit einer gestohlenen Waffel davon. Die Tischbenutzerin ist leicht entsetzt, als sie bemerkt, was los ist, und beschliesst, die Sachen zu verwerfen, die noch auf ihrem Teller liegen, und doch lieber drinnen zu essen. Der Service raeumt gleich leicht betreten ab. - Schliesslich komme ich erst um 11:30 Uhr los, weil ich vorher noch ein wenig auf dem Bett weggeschlummert bin ...
Ich entscheide mich doch fuers Taxi statt fuer die U-Bahn und lasse mich wieder nach Little India bringen, zum Sakyamuni Buddha Gaya-Tempel. Das sagt dem Taxifahrer erst einmal nichts, aber ich habe ja einen Stadtplan. Der Tempel steht einfach so in einer ganz normalen Haeuserzeile. Es ist auch im Prinzip nur ein grosser Raum. Keine verschiedenen Hallen, Hoefe, Gaenge wie sonst oft. Ich bin wieder ratlos - welche Richtung des Buddhismus ist jetzt das? Die Halle wird von einem riesenhaften, im Lotussitz sitzenden Buddha dominiert. Riesenhaft heisst in diesem Fall 15 Meter hoch und 300 Tonnen schwer. (300 Tonnen - das kann ich gar nicht glauben. Ob's nicht doch eher 30 sind?) Seine "Haut" ist weiss, er ist in ein gelbes "Tuch" gehuellt, das ganz ordentliche Falten wirft, das Haar ist schwarz, die Lippen sind sehr rot, die Finger der rechten Hand bis zum zweiten Fingergelenk hinauf vergoldet. Der rechte Ellbogen ruht auf einem bunten "Kissen". Ihn umgibt eine Art von spitzbogigem Heiligenschein, der im Licht von 1000 (genau gesagt 989, habe ich irgendwo gelesen) Gluehlampen erstrahlt, wenn ein Glaeubiger dafuer bezahlt. Daher wird dieser Tempel auch "Tempel der 1000 Lichter" genannt.
In einer Ecke sitzt ein Ganesha. Das ist ja nun einer von den Hindu-Goettern, aber er sei extra auf Wunsch von chinesischen Glaeubigen (und auf deren Kosten) hier aufgestellt worden. Ja dann. Ausserdem umfasst die Ausstattung ein Stueck Bodhi-Baum (wir erinnern uns: Ficus religiosa), angeblich von just dem Exemplar, unter dem Buddha erleuchtet wurde, sowie eine mit reichlich Perlmutt eingelegte Replik des heiligen Fussabdrucks von Buddha auf einem Berg auf Sri Lanka. Die kleinen schwarzen Buddhafiguren gegenueber sind mit sieben Zetteln beschriftet, die jeweils einen Wochentag bezeichnen und eine von Buddhas Haltungen erlaeutern. Waehrend ich versuche, die Zettel den Figuren zuzuordnen, stelle ich fest, dass es kurioserweise acht Buddhafiguren sind. Ob da jemand den Schalk im Nacken hatte?!
Unter dem grossen Buddha (also unter 300 Tonnen Beton? bedrueckender Gedanke!) befindet sich eine Art Krypta, ein Allerheiligstes, in dem daher auch Fotografieren sowie das Beruehren der Figueren mit den Pfoten verboten sind. Die Hauptfigur ist ein toter Buddha, wie ich an den fein saeuberlich aufeinander gelegten Fuessen erkenne. - Um in die Krypta einzutreten, muss man sich ganz klein machen: der Eingang ist extrem niedrig. Beim Herauskommen entdecke ich gegenueber von diesem niedrigen Durchgang ein Paar betende Haende "auf asiatisch" und zwei Fliesenfelder mit Fotofliesen von irgendwelchen vermutlich chinesischen Landschaften (die alte Heimat?), eingerahmt von Kuechenfliesen, die Pilze und Gemuese zeigen - sehr seltsam. Den Sockel, auf dem der grosse Buddha sitzt, ziert ein Diorama mit den einschlaegigen Szenen aus Buddhas Leben. Die Figuren sehen aus wie auf Hindutempeln (tatsaechlich steht "indischer Stil" in den Erlaeuterungen fuer die Touris) und werden durch von Staub und Schmutz schon ganz stumpf gewordene Glasscheiben vor dem Verstauben und Verschmutzen geschuetzt.
Neben dem Tempel gibt es einen schmalen Streifen "Hof", bevor das Nachbargrundstueck beginnt. Dort stehen Wasserbecken mit Seerosen, neben der Strassenfront ueberdimensionale (Beton-)Tiger im Sprung und, das Wichtigste, ein Ofen, in dem man Papierdinge fuer die Toten verbrennen kann. Nebenan steht nicht direkt ein "normales" Wohnhaus, sondern vermutlich ein "Geisterwohnhaus" oder jedenfalls ein chinesischer Ahnentempel.
Auf der anderen Strassenseite schraeg gegenueber befindet sich der fein ziselierte chinesische Drachenbergtempel. Hier heisst der nicht Long Shan Si (so spraeche es sich in Mandarin), sondern Leong San Si. Tempelimpressionen: Reichlich geschmueckte Daecher aussen, innen allerlei, darunter eine barmherzige Tie Guan Yin, ein dicker goldener lachender Buddha, ein grosses messingnes (?) Raeucherstaebchenbecken mit Loewenkoepfen samt gefaehrlich aussehenden Glasmurmelaugen, eine Art Paillettendrache in Halbrelief und ein weisser Papagei mit gelbem Kamm. Im hinteren Teil sind auch grosse Ahnenverehrungsaltaere in Betrieb, davor stehen Kantinentische fuer die Toten und fuer die Lebenden.
Als ich alles inspiziert und mich sattgesehen habe, gehe ich durch eine Querstrasse und bin wieder auf der belebten Serangoon Road, wo ich binnen einer Minute ein Taxi geangelt habe. Es ist jetzt kurz vor ein Uhr mittags. Please take me to the zoo!
Ich entscheide mich doch fuers Taxi statt fuer die U-Bahn und lasse mich wieder nach Little India bringen, zum Sakyamuni Buddha Gaya-Tempel. Das sagt dem Taxifahrer erst einmal nichts, aber ich habe ja einen Stadtplan. Der Tempel steht einfach so in einer ganz normalen Haeuserzeile. Es ist auch im Prinzip nur ein grosser Raum. Keine verschiedenen Hallen, Hoefe, Gaenge wie sonst oft. Ich bin wieder ratlos - welche Richtung des Buddhismus ist jetzt das? Die Halle wird von einem riesenhaften, im Lotussitz sitzenden Buddha dominiert. Riesenhaft heisst in diesem Fall 15 Meter hoch und 300 Tonnen schwer. (300 Tonnen - das kann ich gar nicht glauben. Ob's nicht doch eher 30 sind?) Seine "Haut" ist weiss, er ist in ein gelbes "Tuch" gehuellt, das ganz ordentliche Falten wirft, das Haar ist schwarz, die Lippen sind sehr rot, die Finger der rechten Hand bis zum zweiten Fingergelenk hinauf vergoldet. Der rechte Ellbogen ruht auf einem bunten "Kissen". Ihn umgibt eine Art von spitzbogigem Heiligenschein, der im Licht von 1000 (genau gesagt 989, habe ich irgendwo gelesen) Gluehlampen erstrahlt, wenn ein Glaeubiger dafuer bezahlt. Daher wird dieser Tempel auch "Tempel der 1000 Lichter" genannt.
In einer Ecke sitzt ein Ganesha. Das ist ja nun einer von den Hindu-Goettern, aber er sei extra auf Wunsch von chinesischen Glaeubigen (und auf deren Kosten) hier aufgestellt worden. Ja dann. Ausserdem umfasst die Ausstattung ein Stueck Bodhi-Baum (wir erinnern uns: Ficus religiosa), angeblich von just dem Exemplar, unter dem Buddha erleuchtet wurde, sowie eine mit reichlich Perlmutt eingelegte Replik des heiligen Fussabdrucks von Buddha auf einem Berg auf Sri Lanka. Die kleinen schwarzen Buddhafiguren gegenueber sind mit sieben Zetteln beschriftet, die jeweils einen Wochentag bezeichnen und eine von Buddhas Haltungen erlaeutern. Waehrend ich versuche, die Zettel den Figuren zuzuordnen, stelle ich fest, dass es kurioserweise acht Buddhafiguren sind. Ob da jemand den Schalk im Nacken hatte?!
Unter dem grossen Buddha (also unter 300 Tonnen Beton? bedrueckender Gedanke!) befindet sich eine Art Krypta, ein Allerheiligstes, in dem daher auch Fotografieren sowie das Beruehren der Figueren mit den Pfoten verboten sind. Die Hauptfigur ist ein toter Buddha, wie ich an den fein saeuberlich aufeinander gelegten Fuessen erkenne. - Um in die Krypta einzutreten, muss man sich ganz klein machen: der Eingang ist extrem niedrig. Beim Herauskommen entdecke ich gegenueber von diesem niedrigen Durchgang ein Paar betende Haende "auf asiatisch" und zwei Fliesenfelder mit Fotofliesen von irgendwelchen vermutlich chinesischen Landschaften (die alte Heimat?), eingerahmt von Kuechenfliesen, die Pilze und Gemuese zeigen - sehr seltsam. Den Sockel, auf dem der grosse Buddha sitzt, ziert ein Diorama mit den einschlaegigen Szenen aus Buddhas Leben. Die Figuren sehen aus wie auf Hindutempeln (tatsaechlich steht "indischer Stil" in den Erlaeuterungen fuer die Touris) und werden durch von Staub und Schmutz schon ganz stumpf gewordene Glasscheiben vor dem Verstauben und Verschmutzen geschuetzt.
Neben dem Tempel gibt es einen schmalen Streifen "Hof", bevor das Nachbargrundstueck beginnt. Dort stehen Wasserbecken mit Seerosen, neben der Strassenfront ueberdimensionale (Beton-)Tiger im Sprung und, das Wichtigste, ein Ofen, in dem man Papierdinge fuer die Toten verbrennen kann. Nebenan steht nicht direkt ein "normales" Wohnhaus, sondern vermutlich ein "Geisterwohnhaus" oder jedenfalls ein chinesischer Ahnentempel.
Auf der anderen Strassenseite schraeg gegenueber befindet sich der fein ziselierte chinesische Drachenbergtempel. Hier heisst der nicht Long Shan Si (so spraeche es sich in Mandarin), sondern Leong San Si. Tempelimpressionen: Reichlich geschmueckte Daecher aussen, innen allerlei, darunter eine barmherzige Tie Guan Yin, ein dicker goldener lachender Buddha, ein grosses messingnes (?) Raeucherstaebchenbecken mit Loewenkoepfen samt gefaehrlich aussehenden Glasmurmelaugen, eine Art Paillettendrache in Halbrelief und ein weisser Papagei mit gelbem Kamm. Im hinteren Teil sind auch grosse Ahnenverehrungsaltaere in Betrieb, davor stehen Kantinentische fuer die Toten und fuer die Lebenden.
Als ich alles inspiziert und mich sattgesehen habe, gehe ich durch eine Querstrasse und bin wieder auf der belebten Serangoon Road, wo ich binnen einer Minute ein Taxi geangelt habe. Es ist jetzt kurz vor ein Uhr mittags. Please take me to the zoo!
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Freitag, 2. Mai 2008
Samstag, 19. April 2008: Little India
Es ist noch nicht einmal halb sechs Uhr abends - Zeit genug, weitere Erkundungen in Singapur anzustellen. Und allemal ist es noch viel zu frueh, um schon ins Hotel zurueckzukehren! Chinatown ist vielleicht nicht sooo interessant, wenn man in Shanghai wohnt - also habe ich mir Little India vorgenommen, zumal einer der Tempel dort sowieso nur vormittags und abends ab 18 Uhr geoeffnet haben soll. Ich lasse mich mit dem Taxi zur Little India Arcade fahren, vorbei am DHL-Fesselballon, mit dem man aufsteigen kann, um sich Singapur von oben anzusehen. Vermutlich ist das sogar besser als mit dem Singapore Flyer, dem brandneuen HiTech-Riesenrad, bei dem die Besucherkapseln immer ausserhalb des Rades bleiben. Es wurde gerade am 15. April offiziell eroeffnet, ist aber schon seit Februar in Betrieb. Das "Ding" war unser Konferenzbegleitprogramm am letzten Sonntag - uns war ein bisschen mulmig. Alles IT-Leute und dann Pilotanwender sein??!? Es ist staendig in Bewegung, man muss waehrend der Fahrt ein- und auch wieder aussteigen. Aber es faehrt natuerlich ganz langsam, fuer eine Umdrehung braucht es 30 Minuten. Die Besucherkapseln sind tonnenfoermig und sehr geraeumig - 28 Personen haben darin Platz, und es werden Cocktails serviert. Die Tonnen drehen sich quasi wie ein Zahnrad am Riesenrad entlang, so dass wir die Koepfe immer oben behalten haben und nicht auf dem buchstaeblichen Hoehepunkt der Fahrt kopfueber am Kapselboden kleben mussten. (Wer genau wissen will, was der Unterschied zwischen einem Riesenrad und einem Riesenbeobachtungsrad [?] ist, klicke hier [englischsprachiger Link].) Der Blick ist allerdings nicht sooo spektakulaer - dafuer steht das Gebilde einfach zu sehr am Stadtrand. Und ein Gefuehl von Fliegen vermittelt es definitiv nicht, auch wenn die Website das glauben machen will!
Aber das war ja alles letzten Sonntag - jetzt ist Samstagabend und ich kann und will nicht fliegen, sondern mir Little India ansehen. Allerdings muss ich erst einmal was gegen den kleinen Hunger tun. Einen glibberigen Fertigmilchreis habe ich nicht dabei, statt dessen kaufe ich mir drei undefinierbare Teile in einem indischen Suessigkeitenladen. Gar nicht so uebel - und bestimmt jedes fast 0 Kalorien.
Dann mache ich mich auf den Weg. Serangoon Road ist sehr lang und sehr gerade und die Schlagader von Little India. Ich erkunde sie und ihre Seitenstrassen - alle voll von Indern, ich sehe auch kaum Touris (jedenfalls kaum langnasige, genau gesagt - hier soll es immer ganz viele indische Touristen geben). In einer Hausecke finde ich ein ganz besonderes Verbotsschild: in die Ecke pinkeln steht hier unter Strafe, der Tarif ist 500 S$. Teures Vergnuegen ... Die Haeuser hier sind alt, sehen ein bisschen nach Jugendstil aus und sind gut gepflegt und bunt gestrichen. Es handelt sich um schmale zweigeschossige Bauten, die im Erdgeschoss einen vom Obergeschoss ueberdachten Wandelgang aufweisen, in der Annahme, dass so ein bisschen Kuehle dort gehalten werden kann.
Die Geschaefte brummen, es gibt Laeden aller Art. Besonders fallen mir die zahlreichen Juweliere auf. Goldschmiede- und Vergoldearbeiten in Huelle und Fuelle. Ob das alles echt ist? Dann stosse ich auf den Sri Veeramakaliamman-Tempel. Ein hinduistischer Tempel zu Ehren der Goettin Kali. (Die hier zu einem Kali-Kalau-er anregt: wie heisst noch gleich ihr Gefaehrte? Salz, oder?) Vor dem Tempel stehen Hunderte von Schuhen, weil man sie ja ausziehen muss. Ich bin ein wenig besorgt, ob meine auch noch da sein werden, wenn ich wieder herauskomme - aber die Sorge ist unbegruendet. An der schweren Holztuer Typ Kassettendecke haengen lauter Glocken, die man wohl laeuten kann/soll, wenn man den Tempel betritt. Es herrscht geschaeftiges Treiben auch im Tempel.
Mitten in Little India findet sich ein paar hundert Meter weiter die Angullia-Moschee, die angeblich mehr als 100 Jahre alt ist, aber kein bisschen danach aussieht. Ich gehe natuerlich nicht hinein und versuche gar nicht erst, ob die Leute hier etwas dagegen haben oder nicht.
In einer der naechsten Seitenstrassen liegt das vierstoeckige Kaufhaus Mustafa Center. Da gibt's definitiv alles. Stoffmarkt, Souvenirs, Lebensmittel (frisch und abgepackt), Schreibwaren, Buecher, Haushaltswaren, Bettzeug, Kleinmoebel und ich weiss nicht was. Die Regale stehen sehr eng und sind vollgepackt - sieht nicht so aus, als waeren westliche Besucher die Zielgruppe. Aber man sollte wirklich mal hingehen, so etwas hat man noch nicht gesehen. Zum Beispiel die Suesswarenabteilung: Schokolade aller Sorten aus allen Laendern der Welt, die irgendwie "in Schokolade machen", Kekse und sonstiges Gebaeck, tuerkische Suessigkeiten und all die asiatischen Dinge, die ich nicht kenne. Auch die uebrigen Lebensmittel sind international, und deutsche Marken gar nicht schlecht vertreten. Zum Beispiel mit PERENCAH UDANG BERCILI der Firma Maggi: Fertigsaucenmix fuer Chili Prawns. Habe ich in Deutschland noch nie gesehen ... Neben Honig der Marke Langnese gibt es auch ein Paket Nudeln mit Sauce der Marke Honig (ja wirklich!). :-) Und in der Frischfischabteilung liegen ein paar ganze kleine Haie auf Eis. Ich moechte zu gern wissen, was dieser Laden fuer einen Umsatz macht - er hat rund um die Uhr geoeffnet.
Nach soviel Konsumterror ist es gut, dass noch ein Tempel zu finden ist. Sri Srinivasa Perumal heisst der. Jetzt ist die blaue Stunde, zu der der Himmel nicht mehr hell, aber noch nicht schwarz ist. Die Aussenwand des Tempels ist mit rot-weissen Laengsstreifen gestrichen, davor sind seltsame Metallvoegel mit rotgluehenden Perlenaugen angebracht. Was die wohl zu bedeuten haben? Hier bewachen kleine, chinesisch anmutende Loewen die Schuhflut, so dass ich viel entspannter hineingehen kann. In einem nach vorn offenen Zelt sitzt ein Guru (oder so aehnlich) im Schneidersitz und haelt eine Predigt. Wer zuhoeren will, sitzt zwangslos irgendwo auf dem Boden herum, wer Betgeschaefte zu verrichten hat, geht ihnen ungeruehrt nach. Ein Wort wie "Andacht" ist in Hindu-Tempeln irgendwie fehl am Platz, wobei ich natuerlich nicht sagen will, dass die Leute nicht konzentriert ihre Religion ausueben. Es ist einfach das Wort, das nicht passt.
Dann mache ich mich langsam auf den Rueckweg entlang der jetzt bunt erleuchteten Serangoon Road. Das Tandoori-Restaurant mit besonders grossen, bunten und vielen Leuchtreklamen war mir schon auf dem Hinweg aufgefallen. Inder sind wohl auch langnasig, scheint mir, denn da gibt es eine Reklame, auf der ein Mann mit Kochmuetze den leckeren Tandoori-Geruch mit einer extrem langen Nase einsaugt. Schade, dass sich das blinkende Objekt nicht fotografieren laesst! (Jedenfalls nicht mit der mir zur Verfuegung stehenden Technik.)
Dann trete ich die Rueckfahrt per MRT (Mass Rapid Transport, eine U-Bahn) an. Man muss 2,10 S$ bezahlen, aber 1 S$ davon ist Pfand, das man sich am Ausgang vom Automaten zurueckholen muss. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Benutzer die Tickets zurueckgeben. Ob das nun so eine geschickte Methode ist ... hier in Shanghai werden die Tickets auch rezykliert, und selbst ohne Pfand fliegen die nicht ueberall herum.
Wie auch immer, um kurz nach 9 Uhr bin ich zurueck im Hotel, jetzt doch langsam etwas muede (vor allem die Fuesse), aber nicht recht hungrig. Also beschliesse ich, das Abendessen ausfallen zu lassen (ist ja auch schon ein bisschen spaet) und statt dessen nur noch einen Milchkaffee, einen Limettensaft und ein Wasser in der Hotelbar zu trinken und dann schlafen zu gehen - natuerlich nicht ohne vorher die Notizen fuer diese Blogartikel zu machen.
Aber das war ja alles letzten Sonntag - jetzt ist Samstagabend und ich kann und will nicht fliegen, sondern mir Little India ansehen. Allerdings muss ich erst einmal was gegen den kleinen Hunger tun. Einen glibberigen Fertigmilchreis habe ich nicht dabei, statt dessen kaufe ich mir drei undefinierbare Teile in einem indischen Suessigkeitenladen. Gar nicht so uebel - und bestimmt jedes fast 0 Kalorien.
Dann mache ich mich auf den Weg. Serangoon Road ist sehr lang und sehr gerade und die Schlagader von Little India. Ich erkunde sie und ihre Seitenstrassen - alle voll von Indern, ich sehe auch kaum Touris (jedenfalls kaum langnasige, genau gesagt - hier soll es immer ganz viele indische Touristen geben). In einer Hausecke finde ich ein ganz besonderes Verbotsschild: in die Ecke pinkeln steht hier unter Strafe, der Tarif ist 500 S$. Teures Vergnuegen ... Die Haeuser hier sind alt, sehen ein bisschen nach Jugendstil aus und sind gut gepflegt und bunt gestrichen. Es handelt sich um schmale zweigeschossige Bauten, die im Erdgeschoss einen vom Obergeschoss ueberdachten Wandelgang aufweisen, in der Annahme, dass so ein bisschen Kuehle dort gehalten werden kann.
Die Geschaefte brummen, es gibt Laeden aller Art. Besonders fallen mir die zahlreichen Juweliere auf. Goldschmiede- und Vergoldearbeiten in Huelle und Fuelle. Ob das alles echt ist? Dann stosse ich auf den Sri Veeramakaliamman-Tempel. Ein hinduistischer Tempel zu Ehren der Goettin Kali. (Die hier zu einem Kali-Kalau-er anregt: wie heisst noch gleich ihr Gefaehrte? Salz, oder?) Vor dem Tempel stehen Hunderte von Schuhen, weil man sie ja ausziehen muss. Ich bin ein wenig besorgt, ob meine auch noch da sein werden, wenn ich wieder herauskomme - aber die Sorge ist unbegruendet. An der schweren Holztuer Typ Kassettendecke haengen lauter Glocken, die man wohl laeuten kann/soll, wenn man den Tempel betritt. Es herrscht geschaeftiges Treiben auch im Tempel.
Mitten in Little India findet sich ein paar hundert Meter weiter die Angullia-Moschee, die angeblich mehr als 100 Jahre alt ist, aber kein bisschen danach aussieht. Ich gehe natuerlich nicht hinein und versuche gar nicht erst, ob die Leute hier etwas dagegen haben oder nicht.
In einer der naechsten Seitenstrassen liegt das vierstoeckige Kaufhaus Mustafa Center. Da gibt's definitiv alles. Stoffmarkt, Souvenirs, Lebensmittel (frisch und abgepackt), Schreibwaren, Buecher, Haushaltswaren, Bettzeug, Kleinmoebel und ich weiss nicht was. Die Regale stehen sehr eng und sind vollgepackt - sieht nicht so aus, als waeren westliche Besucher die Zielgruppe. Aber man sollte wirklich mal hingehen, so etwas hat man noch nicht gesehen. Zum Beispiel die Suesswarenabteilung: Schokolade aller Sorten aus allen Laendern der Welt, die irgendwie "in Schokolade machen", Kekse und sonstiges Gebaeck, tuerkische Suessigkeiten und all die asiatischen Dinge, die ich nicht kenne. Auch die uebrigen Lebensmittel sind international, und deutsche Marken gar nicht schlecht vertreten. Zum Beispiel mit PERENCAH UDANG BERCILI der Firma Maggi: Fertigsaucenmix fuer Chili Prawns. Habe ich in Deutschland noch nie gesehen ... Neben Honig der Marke Langnese gibt es auch ein Paket Nudeln mit Sauce der Marke Honig (ja wirklich!). :-) Und in der Frischfischabteilung liegen ein paar ganze kleine Haie auf Eis. Ich moechte zu gern wissen, was dieser Laden fuer einen Umsatz macht - er hat rund um die Uhr geoeffnet.
Nach soviel Konsumterror ist es gut, dass noch ein Tempel zu finden ist. Sri Srinivasa Perumal heisst der. Jetzt ist die blaue Stunde, zu der der Himmel nicht mehr hell, aber noch nicht schwarz ist. Die Aussenwand des Tempels ist mit rot-weissen Laengsstreifen gestrichen, davor sind seltsame Metallvoegel mit rotgluehenden Perlenaugen angebracht. Was die wohl zu bedeuten haben? Hier bewachen kleine, chinesisch anmutende Loewen die Schuhflut, so dass ich viel entspannter hineingehen kann. In einem nach vorn offenen Zelt sitzt ein Guru (oder so aehnlich) im Schneidersitz und haelt eine Predigt. Wer zuhoeren will, sitzt zwangslos irgendwo auf dem Boden herum, wer Betgeschaefte zu verrichten hat, geht ihnen ungeruehrt nach. Ein Wort wie "Andacht" ist in Hindu-Tempeln irgendwie fehl am Platz, wobei ich natuerlich nicht sagen will, dass die Leute nicht konzentriert ihre Religion ausueben. Es ist einfach das Wort, das nicht passt.
Dann mache ich mich langsam auf den Rueckweg entlang der jetzt bunt erleuchteten Serangoon Road. Das Tandoori-Restaurant mit besonders grossen, bunten und vielen Leuchtreklamen war mir schon auf dem Hinweg aufgefallen. Inder sind wohl auch langnasig, scheint mir, denn da gibt es eine Reklame, auf der ein Mann mit Kochmuetze den leckeren Tandoori-Geruch mit einer extrem langen Nase einsaugt. Schade, dass sich das blinkende Objekt nicht fotografieren laesst! (Jedenfalls nicht mit der mir zur Verfuegung stehenden Technik.)
Dann trete ich die Rueckfahrt per MRT (Mass Rapid Transport, eine U-Bahn) an. Man muss 2,10 S$ bezahlen, aber 1 S$ davon ist Pfand, das man sich am Ausgang vom Automaten zurueckholen muss. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Benutzer die Tickets zurueckgeben. Ob das nun so eine geschickte Methode ist ... hier in Shanghai werden die Tickets auch rezykliert, und selbst ohne Pfand fliegen die nicht ueberall herum.
Wie auch immer, um kurz nach 9 Uhr bin ich zurueck im Hotel, jetzt doch langsam etwas muede (vor allem die Fuesse), aber nicht recht hungrig. Also beschliesse ich, das Abendessen ausfallen zu lassen (ist ja auch schon ein bisschen spaet) und statt dessen nur noch einen Milchkaffee, einen Limettensaft und ein Wasser in der Hotelbar zu trinken und dann schlafen zu gehen - natuerlich nicht ohne vorher die Notizen fuer diese Blogartikel zu machen.
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Donnerstag, 1. Mai 2008
Samstag, 19. April 2008: Schildkroeteninsel
(Immer noch Singapur.) Mein Reisefuehrer weiss, dass man um 15 Uhr zu einer Insel"kreuzfahrt" aufbrechen kann. Um 14:24 Uhr beginnt meine Taxifahrt zum Schiffsanleger ... hoffentlich reicht die Zeit. Ich hatte am Morgen vergessen, mir ein warmes Tuch einzupacken, und das wollte ich mir vorher noch unbedingt aus dem Hotel holen - nicht, dass es in Singapur kalt waere, ganz im Gegenteil. Ich hatte schon geschwitzt am Vormittag, aber bei einer Seefahrt ... man weiss ja nie. Der Taxifahrer, ein nicht mehr junger Chinese, jammert mir die ganze Zeit vor, dass die Welt so schlecht und Singapur so teuer sei. Taxifahren ist zum Glueck nicht sooo teuer, und natuerlich faehrt mein Fahrer den kuerzesten Weg, wie sich das gehoert. Seine boesen Kollegen kennen sich, glaubt man ihm, zum Teil gar nicht richtig aus hier im Sueden der Insel, wo mit der Grossbaustelle fuer einen Kasino-Komplex namens "Downtown@Marina Bay" die Strassenfuehrung dauernd geaendert wird, und fahren schon mal grosse Umwege. Sagt er. Mir ist das alles egal, Hauptsache, ich komme puenktlich an. Und das gelingt in der Tat ohne Probleme. Kaum aus dem Taxi heraus, schleppt mich gleich eine zu einem Fahrkartenstand - nein, das ist ja fuer eine Hafenrundfahrt, ich will nun mal jetzt islands in the sun. Ich erwische auch im zweiten Anlauf nicht die "richtige" Inselkreuzfahrt, sondern eine "falsche". Das Schiff versieht eigentlich den Faehrdienst zu den mehr oder weniger bewohnten Inseln Kusu und St John's, und dieser wird gleichzeitig als Inselkreuzfahrt vermarktet. Dafuer kostet's auch nur 15 Singapur-Dollar. Um kurz vor drei gehen die Fahrgaeste an Bord des ziemlich kleinen Schiffes. Die Passagierkabine entpuppt sich als Kuehlschrank - wie gut, dass ich mir noch das warme Tuch geholt hatte!!
Nach gut 20 Minuten bin ich noch nicht durchgefroren - und jetzt kann kann ich mich eh aufwaermen, wir sind schon auf Kusu angekommen. Ich kann entweder 20 Minuten hier verbringen und dann
nach St John's weiterfahren oder eine gute Stunde hierbleiben - lieber das. Die Insel ist zwar nicht gross, aber dennoch ... am Ende reicht mir die Zeit nicht einmal. Wie man auf dem Foto sieht, hat Kusu drei Lagunen. Ich beginne meinen Rundgang mit der kleinen Schildkroetenlagune, ueber die ein Brueckensystem zu einem chinesischen Tempel fuehrt. An der Brueckenkreuzung befindet sich ein Wishing Well, ein Wunschbrunnen mit einer ueberdimensionalen Lotusbluete in einem Pavillon. In der Lagune sehe ich tatsaechlich mindestens eine Schildkroete, die gemuetlich von grossen Tangwuseln nascht. Der Tempel hat ein eigenes Becken, in dem vermutlich Schildkroeten "frei"gelassen werden duerfen - es wimmelt von relativ kleinen Rotwangenschildkroeten. Eine recht bunt bemalte, naive Skulptur zeigt drei Riesenschildkroeten, die einen tuerkisblauen Berg erklimmen. Apropos blau: Ich glaube, dieser Tempel ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an dem ein blauer Feuerloescher steht. Ein roter waere in dem rot gefliesten und gestrichenen Tempel viel zu gut getarnt.
Kaum aus dem Tempelchen heraus, habe ich schon beinahe die suedwestliche Lagune erreicht. Deren Strand wimmelt nur so von Turmschnecken - alle lebendig! Na sowas. Statt auf den Huegel zu steigen, will ich lieber erst die Insel umrunden. Ringsherum liegen und fahren grosse Frachtschiffe - Singapur ist einer der groessten Haefen der Welt, was vermutlich dazu beitraegt, dass die Strasse von Melaka eine der geschaeftigsten Seepassagen der Welt ist (siehe auch Artikel vom 12. September 2007). Ausser Turmschnecken sehe ich eine angeschwemmte Kokosnuss, die mir leider nicht erzaehlen will, woher sie kommt. Ich umrunde die Westspitze der Insel und bekomme jetzt einen Blick auf die Skyline von Singapur. Mittlerweile kommt auch der "chinisierte" Touristendampfer namens Cheng Ho angefahren. Ganz schoen schnell ist der - um die Ankunft im Foto festzuhalten, komme ich nicht rasch genug um die Insel herum. Unweit der grossen noerdlichen Lagune befinden sich die zwei grossen Marmorschildkroeten, zu denen schon an der Ankunft ein Wegweiser zeigt. Der Legende zufolge ist die Insel naemlich der Stein gewordene Ruecken einer Riesenschildkroete, die so zwei Schiffbruechige gerettet hat, einen Chinesen und einen Malaien. Dementsprechend heisst Kusu Island Schildkroeteninsel. (In irgendeinem chinesischen Dialekt, vermutlich, in Mandarin habe ich fuer Schildkroete das Wort gui gelernt.) Das Schildkroetenbecken im Tempel genuegt daher auch nicht, es gibt noch ein zweites, groesseres unweit der Marmorexemplare.
Ja, und dann will ich eigentlich noch auf den Huegel steigen (152 Stufen) und die drei Kramats, Schreine fuer malaiische Heilige, besuchen - aber die Zeit reicht nicht mehr. Schade! Vermutlich haette sie doch gereicht, denn unser Schiff hatte etwa 10 Minuten Verspaetung. Aber das wusste ich ja nicht vorher.
Gegen fuenf Uhr war ich, gut gekuehlt, wieder zurueck am Anleger in Singapur, wo ich dann fast eine halbe Stunde auf ein Taxi warten musste. Der Ausflug war ja schoen, aber die Warterei ist wirklich bloed gewesen. Den Bus, der vor dem Anlegergebaeude stand, hatte ich leider erst in dem Moment wahrgenommen, in dem er abfuhr - das waere sicher schneller gewesen. Wie das wohl im neunten Mondmonat ist, wenn sich Scharen von Pilgern auf das kleine Inselchen stuerzen?
Nach gut 20 Minuten bin ich noch nicht durchgefroren - und jetzt kann kann ich mich eh aufwaermen, wir sind schon auf Kusu angekommen. Ich kann entweder 20 Minuten hier verbringen und dann
Kaum aus dem Tempelchen heraus, habe ich schon beinahe die suedwestliche Lagune erreicht. Deren Strand wimmelt nur so von Turmschnecken - alle lebendig! Na sowas. Statt auf den Huegel zu steigen, will ich lieber erst die Insel umrunden. Ringsherum liegen und fahren grosse Frachtschiffe - Singapur ist einer der groessten Haefen der Welt, was vermutlich dazu beitraegt, dass die Strasse von Melaka eine der geschaeftigsten Seepassagen der Welt ist (siehe auch Artikel vom 12. September 2007). Ausser Turmschnecken sehe ich eine angeschwemmte Kokosnuss, die mir leider nicht erzaehlen will, woher sie kommt. Ich umrunde die Westspitze der Insel und bekomme jetzt einen Blick auf die Skyline von Singapur. Mittlerweile kommt auch der "chinisierte" Touristendampfer namens Cheng Ho angefahren. Ganz schoen schnell ist der - um die Ankunft im Foto festzuhalten, komme ich nicht rasch genug um die Insel herum. Unweit der grossen noerdlichen Lagune befinden sich die zwei grossen Marmorschildkroeten, zu denen schon an der Ankunft ein Wegweiser zeigt. Der Legende zufolge ist die Insel naemlich der Stein gewordene Ruecken einer Riesenschildkroete, die so zwei Schiffbruechige gerettet hat, einen Chinesen und einen Malaien. Dementsprechend heisst Kusu Island Schildkroeteninsel. (In irgendeinem chinesischen Dialekt, vermutlich, in Mandarin habe ich fuer Schildkroete das Wort gui gelernt.) Das Schildkroetenbecken im Tempel genuegt daher auch nicht, es gibt noch ein zweites, groesseres unweit der Marmorexemplare.
Ja, und dann will ich eigentlich noch auf den Huegel steigen (152 Stufen) und die drei Kramats, Schreine fuer malaiische Heilige, besuchen - aber die Zeit reicht nicht mehr. Schade! Vermutlich haette sie doch gereicht, denn unser Schiff hatte etwa 10 Minuten Verspaetung. Aber das wusste ich ja nicht vorher.
Gegen fuenf Uhr war ich, gut gekuehlt, wieder zurueck am Anleger in Singapur, wo ich dann fast eine halbe Stunde auf ein Taxi warten musste. Der Ausflug war ja schoen, aber die Warterei ist wirklich bloed gewesen. Den Bus, der vor dem Anlegergebaeude stand, hatte ich leider erst in dem Moment wahrgenommen, in dem er abfuhr - das waere sicher schneller gewesen. Wie das wohl im neunten Mondmonat ist, wenn sich Scharen von Pilgern auf das kleine Inselchen stuerzen?
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Mittwoch, 30. April 2008
Samstag, 19. April 2008: Die Fortsetzung des Rundgangs
Gestaerkt mache ich mich auf den Rueckweg, denn das Raffles markiert sozusagen die meinem Hotel gegenueberliegende Ecke des Rundgangs (paradox, gell?). Unweit vom Haupteingang befinden sich die "Essstaebchen". So nennen angeblich die Einheimischen die vier 67 m hohen, aneinandergelehnten Saeulen des Mahnmals, das den immerhin 60.000 Zivilisten gewidmet ist, die im zweiten Weltkrieg in Singapur ums Leben kamen. So langsam verstehe ich, dass der Weltkrieg wirklich einer war. Ich muss zugeben, dass ich lange Zeit dachte, der habe sich im Wesentlichen zwischen Deutschland und den Siegermaechten abgespielt. Dass Japan auch irgendwie dabei war, wusste ich natuerlich schon, aber nie wirklich, was sich alles in Asien abgespielt hat.
Viel hoeher als die "Staebchen" ist das Hotel "The Stamford" mit dem spektakulaeren Blick, aber das ist ja alles nichts Neues, siehe Bericht von vor ueber einem Jahr. (Da glaubte ich noch faelschlicherweise, dass es sich um das Raffles-Hotel handele.) Daher bin ich auf dem Boden geblieben und habe als naechstes eine weitere Kirche besichtigt, die Sankt-Andreas-Kathedrale. Sie liegt am Padang ("Feld") – dieses Wort bezeichnet einen Rasenplatz in der Stadt fuer allerlei oeffentliche Veranstaltungen. In anderen Staedten heisst so was zum Beispiel Planwiese. Spontan faellt mir der Padang in Georgetown auf Penang ein, auf dem dieses Chingay-Fahnenwerfen geuebt wurde (siehe auch Artikel vom 2. September 2007).
An der Singapurer Planwiese zieht sich ein weiteres Gebaeude aus der Kolonialzeit entlang: der ehemalige oberste Gerichtshof. Dieser Komplex mit gruener Kuppel im zentralen Bereich wird jetzt zur Nationalgalerie umfunktioniert – so ein Pech aber auch, den konnte ich also noch gar nicht besichtigen. An der Stirnseite des ziemlich langen, schmalen Padang befindet sich der ehrenwert-viktorianische Cricket Club, aber den lasse ich links liegen und gehe vorbei zum Esplanade-Theater, um die "Durian-Konstruktion" aus der Naehe zu betrachten. Das moderne Gebaeude wird so genannt, weil die mit spitzigen Metallecken bedeckte rundliche Dachkonstruktion an die spitzige Stinkfrucht (so der deutsche Name der Durian) erinnert. Angeblich soll sie aber ein riesiges Mikrofon darstellen. Weil es dort ja auch Musiktheater gibt. Ja dann.
Auf der "theatertaufenden" Esplanade an der Muendung des Singapur-Flusses befindet sich das Lim Bo Seng-Denkmal (nicht Bimbo Seng!), das ich gar nicht naeher inspizieren kann, weil sich auf seinem Sockel ein sehr verliebtes Paar niedergelegt (jawohl) hatte. Die beiden konnten keine Stoerung gebrauchen. Eigentlich wollte ich ja auch bloss Sir Stamford Raffles einen Besuch abstatten, oder doch seiner Statue. Stattdessen finde ich einen Obelisken … ist das sein Denkmal? Jedenfalls ist es in Chinesisch, Hindi (?), Arabisch und Englisch beschriftet: nein, das ist jemand anderem gewidmet. Dann entdecke ich aber doch die gesuchte Bronzestatue, schwarzer Mann vor altem, weissem Victoria-Theater, sehr schwer zu fotografieren. Da ist ein anderes Kunstwerk gleich nebenan, das zu Bronze geronnene, kursiv geschriebene chinesische Zeichen fuer "chuan" gleich Kreativitaet, etwas dankbarer. Unweit befindet sich das Asian Civilizations Museum – ich habe es nicht besichtigt. Auf der Flussseite des Museums soll Raffles zuerst in Singapur gelandet sein, weshalb man gleich noch eine weiss-marmorne Kopie seiner Bronzestatue aufgestellt hat. Ein weisser Mann vor den dunklen Hochhausfassaden des Central Business District am anderen Flussufer – auch nicht viel fotografierfreundlicher!
Nun will ich aber rasch zurueck zum Hotel und komme da gegen viertel nach zwei an. Nicht ohne vorher zu entdecken, dass das MICA in der ehemaligen Polizeistation Hill Street nun wirklich direkt gegenueber vom Hotel auf der anderen Seite des Flusses liegt! Und da laufe ich mir die Fuesse platt auf der Suche danach … Wie auch immer, nach so vielen nicht besichtigten Museen brauche ich jetzt etwas Entspannung: eine Bootstour zu den Inseln im Sueden.
Viel hoeher als die "Staebchen" ist das Hotel "The Stamford" mit dem spektakulaeren Blick, aber das ist ja alles nichts Neues, siehe Bericht von vor ueber einem Jahr. (Da glaubte ich noch faelschlicherweise, dass es sich um das Raffles-Hotel handele.) Daher bin ich auf dem Boden geblieben und habe als naechstes eine weitere Kirche besichtigt, die Sankt-Andreas-Kathedrale. Sie liegt am Padang ("Feld") – dieses Wort bezeichnet einen Rasenplatz in der Stadt fuer allerlei oeffentliche Veranstaltungen. In anderen Staedten heisst so was zum Beispiel Planwiese. Spontan faellt mir der Padang in Georgetown auf Penang ein, auf dem dieses Chingay-Fahnenwerfen geuebt wurde (siehe auch Artikel vom 2. September 2007).
An der Singapurer Planwiese zieht sich ein weiteres Gebaeude aus der Kolonialzeit entlang: der ehemalige oberste Gerichtshof. Dieser Komplex mit gruener Kuppel im zentralen Bereich wird jetzt zur Nationalgalerie umfunktioniert – so ein Pech aber auch, den konnte ich also noch gar nicht besichtigen. An der Stirnseite des ziemlich langen, schmalen Padang befindet sich der ehrenwert-viktorianische Cricket Club, aber den lasse ich links liegen und gehe vorbei zum Esplanade-Theater, um die "Durian-Konstruktion" aus der Naehe zu betrachten. Das moderne Gebaeude wird so genannt, weil die mit spitzigen Metallecken bedeckte rundliche Dachkonstruktion an die spitzige Stinkfrucht (so der deutsche Name der Durian) erinnert. Angeblich soll sie aber ein riesiges Mikrofon darstellen. Weil es dort ja auch Musiktheater gibt. Ja dann.
Auf der "theatertaufenden" Esplanade an der Muendung des Singapur-Flusses befindet sich das Lim Bo Seng-Denkmal (nicht Bimbo Seng!), das ich gar nicht naeher inspizieren kann, weil sich auf seinem Sockel ein sehr verliebtes Paar niedergelegt (jawohl) hatte. Die beiden konnten keine Stoerung gebrauchen. Eigentlich wollte ich ja auch bloss Sir Stamford Raffles einen Besuch abstatten, oder doch seiner Statue. Stattdessen finde ich einen Obelisken … ist das sein Denkmal? Jedenfalls ist es in Chinesisch, Hindi (?), Arabisch und Englisch beschriftet: nein, das ist jemand anderem gewidmet. Dann entdecke ich aber doch die gesuchte Bronzestatue, schwarzer Mann vor altem, weissem Victoria-Theater, sehr schwer zu fotografieren. Da ist ein anderes Kunstwerk gleich nebenan, das zu Bronze geronnene, kursiv geschriebene chinesische Zeichen fuer "chuan" gleich Kreativitaet, etwas dankbarer. Unweit befindet sich das Asian Civilizations Museum – ich habe es nicht besichtigt. Auf der Flussseite des Museums soll Raffles zuerst in Singapur gelandet sein, weshalb man gleich noch eine weiss-marmorne Kopie seiner Bronzestatue aufgestellt hat. Ein weisser Mann vor den dunklen Hochhausfassaden des Central Business District am anderen Flussufer – auch nicht viel fotografierfreundlicher!
Nun will ich aber rasch zurueck zum Hotel und komme da gegen viertel nach zwei an. Nicht ohne vorher zu entdecken, dass das MICA in der ehemaligen Polizeistation Hill Street nun wirklich direkt gegenueber vom Hotel auf der anderen Seite des Flusses liegt! Und da laufe ich mir die Fuesse platt auf der Suche danach … Wie auch immer, nach so vielen nicht besichtigten Museen brauche ich jetzt etwas Entspannung: eine Bootstour zu den Inseln im Sueden.
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Montag, 28. April 2008
Samstag, 19. April 2008: Ein Rundgang in Singapur
Ich stehe tapfer frueh auf, fruehstuecke ueppig vom Fruehstuecksbuffet und gehe um 10 Uhr los. Ich will dem Rundgang durch den Civic District folgen, den mein Reisefuehrer vorschlaegt. Der fuehrt geradewegs an meinem Hotel vorbei – oder "eckenwegs", will sagen, er zeigt genau an meinem Hotel eine Ecke. Ich brauche ungefaehr eine Viertelstunde, bis ich die "genaue Ecke", sprich: den richtigen Anfangspunkt finde. Naemlich die ehemalige Polizeistation Hill Street: ein grosses, repraesentatives Gebaeude aus der Kolonialzeit mit Fensterlaeden in Regenbogenfarben. Hier residieren nicht laenger die Ordnungshueter, sondern das MICA: Ministerium fuer Information, Kommunikation und Kunst. Eine interessante Kombination ist das! Im Erdgeschoss und im Innenhof gibt es allerlei Kunst zu sehen, aber ich habe die Ausstellungen und Galerien nicht besichtigt. Die oeffneten naemlich erst um 11; als ich da war, hatten nur die Toiletten geoeffnet, auch gut. - Waehrend ich noch die beste Position fuer ein Foto suche, sehe ich hinter dem MICA Rauch aufsteigen. Vermutlich probiert die Abteilung Kommunikation die Verwendung von Rauchzeichen …
Der Rauch ist vor allem deshalb gut zu sehen, weil er als grau-weisse Wolke vor dem gruenen Huegel steht, dessentwegen vermutlich die Hill Street so heisst, wie sie heisst. Auf dem Huegel befindet sich der Fort Canning-Park. Strasse und Weg sehen mir aber zu steil aus, ich verzichte also auf den Aufstieg und besichtige den Park lieber nicht.
Ein paar zig Meter weiter stosse ich auf einen schoen gestalteten Postkasten und dann auf die alte "zentrale" Feuerwache: ein weiteres Gebaeude aus der Kolonialzeit, mit roten Ziegelwaenden und weiss verputzten Bereichen und knallrot gestrichenen Toren. Erst bei der Durchsicht meiner Fotos bemerke ich, dass der erwaehnte Postkasten sozusagen die Feuerwache in klein darstellt. Auch dieses Gebaeude erfuellt nicht mehr seinen urspruenglichen Zweck, sondern beherbergt die "Galerie des Zivilverteidigungserbes" (also Civil Defence Heritage Gallery). Ich habe sie nicht besichtigt.
Wieder ein paar zig Meter weiter findet sich die kleine, von oben bis unten weiss getuenchte armenische Kirche, die Sankt Gregor dem Erleuchter (nicht Armleuchter, Gruss aus Kalau!) geweiht ist. In dem kleinen, fast intimen Kirchenraum werden gerade Vorbereitungen fuer eine Hochzeit getroffen. Das kleine zweigeschossige Pfarrhaus (?) gegenueber, ebenfalls weiss getuencht, ist von Gruenpflanzen umgeben, hat eine Loggia im Erdgeschoss und sieht fuer mich wie ein Ferienhaus aus.
Ein paar hundert Meter weiter liegt das Peranakan-Museum in einem aufgemoebelten Kolonialzeitgebaeude. Peranakan – so wird die chinesisch-malaiische Mischkultur bezeichnet, die entstand, als die chinesischen Einwanderermaenner wegen Chinesinnenmangels einheimische malaiische Frauen heirateten und so zu babas (und die Frauen zu nyonyas) wurden. Aber das ist meinen werten Leser/inne/n natuerlich alles nicht neu, habe ich es doch schon im Reisetagebuch von Malaysia erwaehnt. Das Museum hingegen ist ganz neu, frueher war hier das Museum fuer asiatische Zivilisationen. Mir wird nicht ganz klar, ob die offizielle Eroeffnung noch bevorsteht oder ob es nur gerade geschlossen ist – jedenfalls habe ich es nicht besichtigt.
Gleich nebenan liegt "The Substation", ein Zentrum fuer experimentelle Gegenwartskunst. Auch dieses habe ich nicht besichtigt, sondern statt dessen die Kontraste zwischen weiteren Kolonialgebaeuden und der Management-Universitaet bestaunt. Zur Universitaet gehoeren zahlreiche grau-gruene Glaspalaeste mit geschwungenen Linien. Weitere Kontraste bilden die kleinen Kirchen, die tapfer ihre Tuerme gen Himmel strecken, aber den umgebenden Hotelkloetzen nicht mal bis zur Taille reichen. Immerhin passt die in graubeige-braun gehaltene Fassade des Carlton farblich genau zur Kathedrale des guten Hirten unweit davon. Bevor ich die aber erreiche, passiere ich noch das Nationalmuseum, welches ich nicht besichtigt habe, und das SAM. Diese Abkuerzung steht fuer Singapore Art Museum - auch nicht besichtigt. Beide befinden sich in schoenen alten, gut restaurierten Gebaeuden.
Vor der Kathedrale des guten Hirten steht eine bronzene Statue von Johannes Paul II. Von innen entpuppt sich die Kirche als groesser, als ich gedacht haette. Mir erscheinen nur die zahlreichen Ventilatoren ungewoehnlich: in Nord- und Mitteleuropa faellt mir zu Kirche "kaltes Gemaeuer" ein, und wenn eine Kirche etwas braucht, duerfte das eine Heizung sein – oder??!
Ich passiere eine Hoteleinfahrt, in der ein rotes Schild vor ganz gefaehrlichen Wesen warnt: BEWARE OF PEDESTRIANS, heisst es da, Vorsicht Fussgaenger! Kurz darauf erreiche ich das Hotel in Singapur schlechthin, das Raffles. Das ist nicht mehr nur ein Gebaeude, sondern ein ganzer Komplex mit Cafés, Restaurants und einer eigenen Einkaufsmeile. Nur Edelboutiquen, versteht sich, mit allem, was teuer ist. Strassenabgewandt tun sich verschiedene Hoefe auf – im „Raffles Courtyard“ goenne ich mir eine Mittagspause mit einem Cocktail und einem Caffè Latte zu Grandhotelpreisen. Aber es sitzt sich nett da. Das beruehmte Traditionsetablissement von 1887 besitzt auch ein kleines Hotelmuseum, welches ich – alle mal raten – genau! – nicht besichtigt habe.
Der Rauch ist vor allem deshalb gut zu sehen, weil er als grau-weisse Wolke vor dem gruenen Huegel steht, dessentwegen vermutlich die Hill Street so heisst, wie sie heisst. Auf dem Huegel befindet sich der Fort Canning-Park. Strasse und Weg sehen mir aber zu steil aus, ich verzichte also auf den Aufstieg und besichtige den Park lieber nicht.
Ein paar zig Meter weiter stosse ich auf einen schoen gestalteten Postkasten und dann auf die alte "zentrale" Feuerwache: ein weiteres Gebaeude aus der Kolonialzeit, mit roten Ziegelwaenden und weiss verputzten Bereichen und knallrot gestrichenen Toren. Erst bei der Durchsicht meiner Fotos bemerke ich, dass der erwaehnte Postkasten sozusagen die Feuerwache in klein darstellt. Auch dieses Gebaeude erfuellt nicht mehr seinen urspruenglichen Zweck, sondern beherbergt die "Galerie des Zivilverteidigungserbes" (also Civil Defence Heritage Gallery). Ich habe sie nicht besichtigt.
Wieder ein paar zig Meter weiter findet sich die kleine, von oben bis unten weiss getuenchte armenische Kirche, die Sankt Gregor dem Erleuchter (nicht Armleuchter, Gruss aus Kalau!) geweiht ist. In dem kleinen, fast intimen Kirchenraum werden gerade Vorbereitungen fuer eine Hochzeit getroffen. Das kleine zweigeschossige Pfarrhaus (?) gegenueber, ebenfalls weiss getuencht, ist von Gruenpflanzen umgeben, hat eine Loggia im Erdgeschoss und sieht fuer mich wie ein Ferienhaus aus.
Ein paar hundert Meter weiter liegt das Peranakan-Museum in einem aufgemoebelten Kolonialzeitgebaeude. Peranakan – so wird die chinesisch-malaiische Mischkultur bezeichnet, die entstand, als die chinesischen Einwanderermaenner wegen Chinesinnenmangels einheimische malaiische Frauen heirateten und so zu babas (und die Frauen zu nyonyas) wurden. Aber das ist meinen werten Leser/inne/n natuerlich alles nicht neu, habe ich es doch schon im Reisetagebuch von Malaysia erwaehnt. Das Museum hingegen ist ganz neu, frueher war hier das Museum fuer asiatische Zivilisationen. Mir wird nicht ganz klar, ob die offizielle Eroeffnung noch bevorsteht oder ob es nur gerade geschlossen ist – jedenfalls habe ich es nicht besichtigt.
Gleich nebenan liegt "The Substation", ein Zentrum fuer experimentelle Gegenwartskunst. Auch dieses habe ich nicht besichtigt, sondern statt dessen die Kontraste zwischen weiteren Kolonialgebaeuden und der Management-Universitaet bestaunt. Zur Universitaet gehoeren zahlreiche grau-gruene Glaspalaeste mit geschwungenen Linien. Weitere Kontraste bilden die kleinen Kirchen, die tapfer ihre Tuerme gen Himmel strecken, aber den umgebenden Hotelkloetzen nicht mal bis zur Taille reichen. Immerhin passt die in graubeige-braun gehaltene Fassade des Carlton farblich genau zur Kathedrale des guten Hirten unweit davon. Bevor ich die aber erreiche, passiere ich noch das Nationalmuseum, welches ich nicht besichtigt habe, und das SAM. Diese Abkuerzung steht fuer Singapore Art Museum - auch nicht besichtigt. Beide befinden sich in schoenen alten, gut restaurierten Gebaeuden.
Vor der Kathedrale des guten Hirten steht eine bronzene Statue von Johannes Paul II. Von innen entpuppt sich die Kirche als groesser, als ich gedacht haette. Mir erscheinen nur die zahlreichen Ventilatoren ungewoehnlich: in Nord- und Mitteleuropa faellt mir zu Kirche "kaltes Gemaeuer" ein, und wenn eine Kirche etwas braucht, duerfte das eine Heizung sein – oder??!
Ich passiere eine Hoteleinfahrt, in der ein rotes Schild vor ganz gefaehrlichen Wesen warnt: BEWARE OF PEDESTRIANS, heisst es da, Vorsicht Fussgaenger! Kurz darauf erreiche ich das Hotel in Singapur schlechthin, das Raffles. Das ist nicht mehr nur ein Gebaeude, sondern ein ganzer Komplex mit Cafés, Restaurants und einer eigenen Einkaufsmeile. Nur Edelboutiquen, versteht sich, mit allem, was teuer ist. Strassenabgewandt tun sich verschiedene Hoefe auf – im „Raffles Courtyard“ goenne ich mir eine Mittagspause mit einem Cocktail und einem Caffè Latte zu Grandhotelpreisen. Aber es sitzt sich nett da. Das beruehmte Traditionsetablissement von 1887 besitzt auch ein kleines Hotelmuseum, welches ich – alle mal raten – genau! – nicht besichtigt habe.
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