Am bemerkenswertesten (hmm - klingt komisch, irgendwie nach Allerwertestem ... Gruss aus Kalau) ist natuerlich die grosse neue hoelzerne Haupthalle. Ueber zwei relativ steile Treppen kann man zu ihr aufsteigen, insgesamt bietet diese Halle auf ihrem Sockel einen ziemlich majestaetischen Anblick - made to impress, zum Eindruck Schinden, scheint mir. Wenn ich hoelzern sage, meine ich hoelzern - vom Betonfundament abgesehen gibt es da nichts Steinernes, soweit ich das ueberblicken konnte. Das Hallendach wird von massiven Saeulen getragen - ob das auch Prachtexemplare aus Nanmu (Linkinhalte englisch) sind? Das waere diese beruehmte Holzart, die z.B. auch beim Ausbau der kaiserlichen Sommerresidenz in Chengde buchstaeblich zum Tragen kam. Und die bestimmt auch heute kein bisschen billig ist, bei den ganzen hervorragenden Eigenschaften, die sie aufzuweisen hat. Aber nicht genug mit den edlen Holzsaeulen, auch sonst hat man keine Kosten und Muehen gescheut, so wie das aussieht. Die Bauweise ist traditionell, mit einer komplizierten Dachkonstruktion und sicher ganz ohne Metall, und in den Waenden sind aufwaendige (oder muss es in diesem Fall "inwaendige" heissen? noch mehr Gruesse von ebd.) Schnitzrondelle von mindestens einem Meter Durchmesser eingelassen. Das Holz ist nicht gestrichen, sondern nur lackiert (oder gar nur poliert, wer weiss das schon).
Vor dem Tempel wird noch gearbeitet, in diesem Fall an Vergoldungen von grossen stupaaehnlichen Objekten. Dafuer braucht man ganz schoen viel Gold, und schon fliegen jede Menge Blattgoldfetzen am Boden und in den Regenrinnen herum - ob man sich reich sammeln kann? Es sieht jedenfalls so aus, als verspuere die Tempelverwaltung das Beduerfnis, ihren Reichtum noch etwas sichtbarer zu machen: so ein silberner Buddha ist natuerlich, was Reichtumsdemonstration betrifft, definitiv nur zweite Wahl. Und der Jing'An-Tempel duerfte sehr, sehr reich sein - alles vom Feinsten und Groessten. Da muss man sich schon fragen, wohin mit dem ganzen Geld - und die Moenche (oder wer auch immer da die Entscheidungen trifft) sind genuegend kreativ.
Uebrigens war an diesem Tag wohl ein besonderer Anlass, denn der Eintritt (normalerweise mit 30 Yuan pro Nase extrem teuer fuer einen Tempel, kein Wunder ...!!) war ausnahmsweise frei. Es war auch ganz schoen voll, und auf mehreren Tischen wurden offenbar buddhistische Schriften zur kostenlosen Mitnahme angeboten. Leider alle auf Chinesisch, eine immerhin auf Chinesisch mit Pinyin - wenn irgendetwas Englisches dabeigewesen waere, haette ich es mir bestimmt mitgenommen. ;-)
*Aufloesung
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