Jaja, ich weiß, manche/r hätte gern mehr Fotos aus Shanghai und von unterwegs gesehen ... insgesamt sind in den vergangenen dreieinhalb Jahren ca. 45.000 Stück entstanden. Aber das hat man eben nur zum Teil meiner Faulheit zu verdanken - zu einem mindestens genau so großen Teil der chinesischen Regierung mit ihrer "great firewall". Hoch lebe das freie Internet!


Wer weiterhin meine Bemerkungen über Gott und die Welt lesen möchte, klickt bitte hier:
Das neue Jahr des Schweins

Wenn ich es schaffe, gibt es hier übrigens auch noch Updates, und zwar aus den bisher unveröffentlichten Reisetagebuchnotizen.

Montag, 30. April 2007

Sehenswert

... war Burkhards Gesicht eben. Er nahm seine Brille ab und betrachtete sie, und die Linienfuehrung war schlichter denn je, das Objekt ganz puristisch gestaltet. So puristisch, dass es nur aus zwei Glaesern, zwei Ohrenbuegeln und einem Nasenbuegel bestand. Kein unnoetiger Schnoerkel stoerte das klare Design. Aber wo waren die "Nasenaufleger" geblieben? Na, wo schon: auf der Nase!

Spezielle Dienste

Ich habe nun angefangen, den Reisefuehrer ueber Kambodscha zu studieren, denn das soll ja unser naechstes Urlaubsziel werden. Oder besser sollte, denn nach Beginn des Studiums habe ich als optimale Reisezeit das naechste chinesische Neujahr identifiziert. Wir muessen uns also fuer dieses Jahr etwas Anderes ueberlegen, wobei ich China erstmal ausgeschlossen habe, in der Annahme, dass es sich lohnt, noch ein Jahr zu warten, da dann meine Sprachkenntnisse besser sein werden. Fuer alle anderen Laender der Region gilt ja frustrierenderweise, dass meine Sprachkenntnisse naechstes Jahr genau so schlecht sein werden wie in diesem Jahr. Vielleicht Malaysia, worauf der grosse Reisefuehrer aus der Reihe "Insight Guides" mit Bild und Text durchaus Appetit macht. Die sind von der Art her so wie die DuMont-Reisefuehrer, mit denen ich ja meist sehr gut klarkomme. Deshalb hatte ich fuer Kambodscha auch den Insight-Kompaktfuehrer gewaehlt, an dem ich jetzt schon tagelang Vergnuegen habe. Eine schoene Formulierung lautet "visitors from Siem Reap who are suffering from temple fatigue", klasse! Aber das Beste findet sich im Spezialtipp fuer erschoepfte Besucher von Angkor Wat. Da heisst es naemlich "... places offering reflexology and other traditional styles of massage, as these are less likely to provide male-oriented services ..." Geniale Formulierung! In der Shanghai Daily heisst die einschlaegige Frage auf der Anzeigenseite "Do you like a massage with a happy end?" Buohahaha!

Sonntag, 29. April 2007

Meet the artist

Nae, nae ... also das mit dem Wetter hier laesst zu wuenschen uebrig. Nachdem gestern schoenes, sommerliches Wetter war (wenn auch mit zunehmend grauem Himmel, durch den die Sonne ein bisschen an truebe Tasse erinnerte), ist heute wieder Sonntagswetter: dunkelgrau und Regen. Aber wenigstens war das ja heute nicht so schlimm. Denn in der Zeitung war zu lesen gewesen, dass eine Ausstellung der Schweizer Kuenstlerin Renata Schalcher mit "vivid calligraphy" nur noch bis heute im Shanghaier Kunstmuseum zu sehen sei. Da musste ich natuerlich hin! Wir haben dann nach einem mittaeglichen Milchkaffee ein Taxi genommen. Da macht sich die Naehe zum JinMao bezahlt, denn gemaess vielzitierter Erfahrung sind Taxen genau dann nicht zu bekommen, wenn man sie am meisten braucht: wenn es regnet. Aber am JinMao fahren immer welche vor, so dass wir nur ca. 1 Minute zu warten brauchten. Die Fahrt zum Volksplatz hat dann allerdings trotzdem gut 45 Minuten gedauert und 31 RMB gekostet, nicht zu fassen, diese Verstopfung am Sonntag! Zurueck ging es spaeter in maximal 15 Minuten fuer 16 RMB ...

Im Museum an der Kasse haben die Maedels erst einmal dumm geguckt ... die wussten offenbar gar nicht, was fuer Ausstellungen da alles so laufen. Die Ticketabreisserin habe ich auf Chinesisch gefragt, wo die "Western style calligraphy" zu finden sei, weil ich zu dem Zeitpunkt noch dachte, dass es sich um solche handele. Sie hat uns ins san lou, das 2. Obergeschoss, das in China ja 3. Stock heisst, geschickt. Da war aber nichts zu finden. Wir haben etwas irritiert herumgeschaut und sind dann mal noch eine Etage heraufgegangen, und siehe da! Ob sie's nicht wusste oder ob sie extra die Langnasenzaehlung "eingeschaltet" hatte?

In der Shanghai Daily hatte es einen ganz schoenen Artikel ueber diese uebrigens nur wenige Tage lang (18.-29. April) gezeigte Ausstellung mit dem mir voellig unbegreiflichen Titel "Flash to the Future" gegeben. Da bin ich aber froh, dass wir das noch geschafft haben! Schoene Sache, wenn auch "much of the same": Grosse, einzelne Zeichen, mit offenbar riesigen Pinseln auf grossen, am Boden liegenden Boegen geschrieben. Auch mit mehreren Grautoenen in einer offenbar ganz interessanten Technik. Die Kuenstlerin war auch zugegen, wollte die Technik aber leider nicht verraten, da ihr chinesischer Lehrer ihr dies ans Herz gelegt hat. Bestimmt was ganz Simples ... sie hat aber verraten, dass sie das Papier nicht nur von vorn bearbeitet, sondern auch von der Rueckseite. Hm.

Textinterpretation ist nicht ihr Ding, wie gesagt: das sind alles einzelne Zeichen, von denen wir auch schon einen hohen Prozentsatz (> 95%) kannten. Sonne, Mond, Schnee, Schwein, Pferd, Vogel, Drachen, Phoenix ... von dieser Kategorie. Dies gibt einen kleinen Eindruck. Auch der zweite Typ von Werk ist nicht am Text interessiert, sondern an der Grafik. Die Stuecke heissen alle "Raster" und bestehen aus gleichmaessig ueber das Papier verteilten Zeichen, die jeweils ein eigenes Feld - eines Rasters, eben - in Anspruch nehmen. Und dann gibt es noch die "Decompositions". Das sind Ausschnitte aus solchen grossformatigen Zeichenbildern, die einzeln oder in Gruppen neu zusammengestellt sind. Nicht uebel. Aber eigentlich ist sie halt Bildhauerin.

Sie berichtete, es sei sehr spannend, wie sie ihren chinesischen Lehrer gefunden habe. Erst habe sie 5 Stunden lang diskutiert, und auf die Frage, ob er sie denn nun unterrichte, habe sie ein Schulterzucken geerntet. Er muesse erst ihr Atelier sehen. Das war ein Atelier in der Moganshan Road, eins fuer Kuenstlergaeste, in dem sie im letzten Herbst drei Monate lang gearbeitet hat. Sie haette alles vorbereitet und zusammengepackt und sei dann mit nichts gekommen. Nachdem der potentielle Lehrer das Atelier gesehen hatte, hat er sich bereit erklaert, sie zu unterrichten, und ist gegangen. Und dann sei er einfach jeden Sonntag gekommen, zusammen mit der Dolmetscherin. Sie muesse auch die japanische Kalligraphie ganz vergessen und jetzt chinesisch kalligraphieren, hat er gefordert (worueber sie anmerkte, dass das aber eigentlich kein grosser Unterschied sei ... na gut, dass das ausser mir keiner gehoert hat ;-)) ). Sie habe dann jede Woche 1200 Zeichen ueben muessen, die habe er in den ersten Wochen auch genau kontrolliert und nachgezaehlt. Und dann habe das freiere Arbeiten begonnen. Und Honorar habe er nicht genommen. Sie hat mich ermutigt, mein Projekt, Unterricht zu nehmen, in die Tat umzusetzen, und ihr Tipp war, nur das beste Papier zu kaufen. Das sei fuer uns immer noch erschwinglich und mache so viel mehr Vergnuegen als schlechtes ... Ja, das kann ich bestaetigen, zwar noch nicht von Reispapier, aber vom klassischen Aquarellpapier.

Ausserdem gab es noch zwei grossformatige Acrylbilder, ein gruenes ("Jade") und ein rotes ("rot"), und einige kleinere "Taenzer" aus Stahl. Das sind abstrakte Stuecke, ca. 40x40x40 ccm gross, schoen. Vergleichbares kann man hier anschauen, wenn man etwas herunterblaettert.

Wir besuchen dann noch die Fotoausstellung eines franzoesischen Suedchinareisenden - gute Fotos, ziemlich ungeschminkt. Die Kroenung war das Bild einer kleinen, niedrigen Huette auf einem Berg, mit weitem Blick ueber eine majestaetische Gebirgslandschaft, offenbar am Ende der Welt, mit einem - man glaubt es einfach nicht - Billardtisch. Samt Baellen und Queues. Einfach so auf dem freien, natuerlich ungepflasterten Platz vor dem Haeuschen.

Nach dem Besuch des Museums haben wir dann wegen des schlechten Wetters auf den Kaffee mit Aussicht aus dem Marriott-Hotel (das sich im Gebaeude befindet, das als "The Rocket" bekannt ist) verzichtet und lieber ein Taxi heim geangelt. Ging auch einigermassen trotz des Wetters, man muss halt ein bisschen Glueck haben und eins finden, aus dem gerade jemand aussteigt. Hier im Skyline Mansion Clubhouse hat gestern ein Massagesalon aufgemacht. Den haben wir dann gleich noch ausprobiert. Ohne Termin, zu zweit - dafuer gibt es die Raeume mit zwei "Knettischen". Eine einstuendige Ganzkoerpermassage fuer 70 RMB pro Person, da kann man nicht meckern.

Samstag, 28. April 2007

Tee und Leckerli

Heute waren wir nach laengerer Zeit mal wieder in der alten Chinesenstadt. Wir haben ein bisschen in einem weniger touristischen "Supermarkt" fuer "Antiquitaeten" (die Anfuehrungszeichen, weil sicher das Meiste weniger alt ist als es sich gibt) herumgestoebert. Natuerlich ist der auch fuer Touristen, aber es ist nicht sooo voll, und vor allem wird man nicht so viel und aufdringlich angelabert. Jade, Tuerbeschlaege, Holzkisten und -truhen, Schnitzereien und was weiss ich nicht alles noch gibt es da. Wenn man eine Treppe hinaufgeht, kommt man in einen Bereich, in dem heute offenbar ueberhaupt sehr wenig Kunden herumliefern, dafuer waren dort viele Anbieter zugegen. Eine nicht unerhebliche Anzahl von ihnen legt sich im Liegestuhl schlafen, andere legen Patiencen oder unterhalten sich mit dem Nachbarn - ganz eigene Stimmung da oben.

Danach hatten wir erst einmal Teedurst und sind in ein ebenfalls sehr nettes Teehaus im ersten Obergeschoss eines der Haeuser in der Fangbang Zhonglu gegangen. Burkhard hatte Plemper-Oolong - macht ja auch irgendwie Spass, dieses Herumgeplempere mit einer kleinen Teekanne mit Deckel, einer kleinen, innen glasierten Kanne ohne Deckel, dem winzigen Teetaesschen und dem nicht groesseren, aber hohen schmalen Duftwuerdigungsbecherchen. Dazu ein Teesieb und das Teeboot aus Holz und eine grosse Thermoskanne mit heissem Wasser - fertig ist die chinesische Teezeremonie. Einziger Nachteil gegenueber dem Huxinting-Teehaus: hier wird zwar mit (toenernem) Schweinchen auf dem Teeboot serviert, aber ohne Leckerli. Dafuer gab es aber Live-Musik: zwei aeltere Herren, die zwischendurch immer rauchten (meine Lieblingsmarke Double Happiness) und Tee tranken, spielten die zweisaitige chinesische "Geige", die Erhu genannt wird, und eine Art Zither. Das gibt zusammen diesen sehr typisch chinesischen Klang.

Wegen der nicht servierten Leckerli - und "wegen ueberhaupt" - haben wir uns hinterher noch fuer unser erstes Strassenessen in einer kleinen Schlange angestellt. Schlange ist schliesslich immer ein gutes Zeichen. Hier wurden kleine Kuechlein gebacken. Jeweils sieben in einer Mischung aus Crêpespfanne und Muffinbackblech. Mit einer Fuellung aus (vermutlich) roten Bohnen und Kakao, kandierten Keine-Ahnung-was-genau-das-war, bestreut mit Sesam und geschaelten Kuerbiskernen (?) und Zucker und dann in einem kleinen mobilen Oefchen gebacken in der Zeit, in der die naechste Portion vorbereitet wird. 2 Yuan das Stueck, und mit herrlichem Duft. Schmeckte auch gut, aber der Duft war noch ein bisschen besser als der Geschmack. Hmmmm!

Donnerstag, 26. April 2007

Elektrische Schatten

Dian4ying3 - das ist Kino. Was es nicht alles fuer Massnahmen gibt, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern! Gab es doch heute Kinogutscheine - na so was! Fuer das Kino hier "um die Ecke" in der Super Brand Mall und fuer eins in Xujiahui. Gerade rechtzeitig fuer die herannahende Festwoche, denn naechste Woche goennen wir uns hier nicht nur den ersten Mai, sondern gleich den 1., 2. und 3. als Feiertage! Das kommt mir auch gerade recht, denn irgendwie war die letzte Zeit doch ein bisschen anstrengend. Dann wollen wir mal sehen, was es denn alles fuer schoene Filme gibt, am liebsten eOmcU (englisches Original mit chinesischen Untertiteln). DOmcU waere ja auch o.k. ;-) Und auch mal sehen, was wir sonst noch so Schoenes machen koennen. Zum Verreisen sind wir jetzt wohl etwas spaet dran, zumal - wie fuer das chinesische Neujahr - natuerlich die Empfehlung gilt, an diesen Tagen aufs Reisen zu verzichten. Aber vielleicht koennen wir noch einen Ausflug in die Umgebung machen. Im Moment wird das Wetter offenbar ganz angenehm. Heute mittag war es richtig warm und sonnig und heute abend lau. Und die Baeume sind jetzt auch gruen. Man kann sie also als Maibaum ausreissen ... ;-)))

Ein Nachteil der Feiertage ist aber, dass es dann naechste Woche auch keinen Chinesischunterricht gibt, denn unsere Xiao Li faehrt morgen heim nach Henan. So was Dummes, da kommen wir ja gar nicht voran, nachdem wir jetzt schon wegen meiner Reisen zwei Wochen pausieren mussten. Vor allem sind die Pausen schlecht verteilt. In der aktuellen Lektion haben wir uebrigens alles fuer den Friseurbesuch gelernt ... na denn men tou, aber das ist jetzt nicht pinyin (Tuer Kopf), sondern westfaelisch! Und ich kann jetzt auch endlich auf Chinesisch erzaehlen, was mein Friseur mir gesagt hat: "Sie haben keine Frisur, Sie haben nur Haare!" Ni3 mei2 you3 fa4xing2, ni3 zhi3 you3 tou2fa! [Ja, genau - auch im Chinesischen gibt es Fasching - aber da hat es nur indirekt mit Karneval zu tun, das heisst naemlich Frisur.]

Dienstag, 24. April 2007

Ein Null Null


Ja, wenn einem beim 100sten Post gar nichts Besonderes mehr einfaellt, dann doch noch die uralten Grundbeduerfnisse ... wem das zu unflaetig ist, der moege auf die Lektuere dieses Artikels verzichten. Moegliche Shanghaireisende mag es aber interessieren.

Als Prolog kann ich noch die unterschiedlichen Sichtweisen unserer beiden Chinesischlehrerinnen in Deutschland zum Besten geben. Hatten wir bei Angie aus Singapur das Wort ce4suo3 gelernt, das auch im HanDeDict mit Toilette (und nicht Klo) uebersetzt wird, war das Jufang (aus Mainland China) ueberhaupt nicht fein genug. Bei ihr sollten wir lieber in einen Waschraum gehen, einen xi3shou3jian1. Wobei ich ja immer Sorge habe, ob in einem Waschraum vielleicht nur Waschbecken sind ... ;-)) Vielleicht sollte ich ihr zu Ehren den Artikel in "Waschraumgeschichten" umbenennen?

Ich muss jedenfalls sagen, dass meine Erfahrungen hier weniger schlimm sind als vielleicht erwartet, steht doch in einem meiner Reisefuehrer, dass die Toiletten mit zum Gewoehnungsbeduerftigsten in Shanghai gehoeren - die Ansicht teile ich nicht, denn oeffentliche Toiletten sind ja auch in unserem ach so feinen Deutschland nicht immer ein schoenes Thema. Wie schon berichtet, die allerfeinsten Toiletten gibt's im Buero, mit immer frischem Folienschlauchbezug und im Winter sogar beheizt (nach dieser Definition ist immer noch Winter ... zumindest teilweise). Und mit handgewickeltem Toilettenpapier, denn Rollen, die schon ziemlich leer sind, muss man natuerlich austauschen, aber die Reste kann man ja nicht wegwerfen, sondern die muessen auch noch ihrer Bestimmung zugefuehrt werden. Zu Hause thronen wir auf leicht versnobter Villeroy&Boch-Keramik, und danach gibt es alle Abstufungen.

Etwas gewoehnungsbeduerftig finde ich tatsaechlich die weit verbreitete Sitte, dass ein oder zwei Stufen zu dem Toilettenbereich hinauffuehren - beim Hineingehen sieht man es ja, aber da muss man wirklich aufpassen, dass man hinterher nicht herausfaellt. Wobei ich mir Hineinstolpern auch nicht sehr angenehm vorstelle ... In Kuala Lumpur gab es uebrigens auch ein "Etablissement", in dem es zunaechst eine Stufe hinunter ging. Mal was Anderes! Aber zurueck nach China: Auch weit verbreitet sind diese "Stehklos" (bestimmt gibt es fuer die auch eine richtige Bezeichnung à la 'Auslegeware'), die im Familiensprachgebrauch wegen der einzunehmenden Koerperhaltung als "Hockgraeber" bekannt sind, wahlweise ganz flach in den Boden eingelassen oder mit einem conchenfoermigen Vorderteil vor den Trittseiten, dessen Zweck sich mir nicht ganz erschliesst. (Lenkung des Wasserflusses bei kraeftiger Spuelung?)

Zwei besondere "Highlights" muss ich aber noch separat erwaehnen: Die Toiletten im Longhua-Tempel und die im Hualian-Supermarkt in der Daxing-Strasse. Im Longhua-Tempel reichen die Trennwaende nur etwa bis in Brusthoehe hinauf, und es sind natuerlich Stehklos. Das ist sehr unbehaglich, eben ein massiver Eingriff in die Privatsphaere. Auch wenn sie natuerlich hoch genug sind, dass man oder frau sich dahinterducken kann. Eigentlich nicht schlimm, aber irgendwie bloed. Im besagten Supermarkt gibt es einen durchgaengigen gekachelten Graben, ca. 30-40 cm breit. Hell gekachelt und offensichtlich mit regelmaessigem Wasserfluss, also nicht wirklich furchtbar, aber doch angsteinfloessend wegen der grossen Oeffnung, in die man ja hineinfallen koennte ... was mir zum Glueck nicht passiert ist.

Von Burkhard hoere ich, dass auf den Herrentoiletten schon mal gern eine glaeserne Ablage in Stirnhoehe angebracht ist, an der man sich dann leicht mal eine Beule holen kann - weshalb alle weiter vor den sehr tief angebrachten Urinalen stehenbleiben, als gut ist ... das Ergebnis kann sich jeder selbst ausmalen. Sehr geschickt geregelt!

Uebrigens zur allgemeinen Beruhigung: es gibt hier wirklich viele oeffentliche Toiletten, man findet eigentlich ueberall welche. Einige sind richtige kleine Toilettenpalaestchen, schicke kleine Gebaeude mit Stahl und Glas oder sonstwie ein Schmuck fuer die Umgebung. Hier muss man natuerlich Eintrittsgeld bezahlen, fuer das man dann auch ein bis zwei Blatt Papier in die Hand gedrueckt bekommt. Das hat allerdings meist ein etwas groesseres Format als das deutsche Standardtoilettenpapierblatt.

Ganz bloed ist allerdings hier die Unsitte, die Tuer nicht zu verriegeln - wie oft bin ich schon in besetzte Kabinen hineingeplatzt, echt unangenehm! Warum kann man oder eben vor allem frau nicht einfach zusperren??

Zur Foerderung des Wohlgeruchs werden oft Raeucherstaebchen abgebrannt - gar nicht so bloed. Mit diesen Rauchschwaden will ich die Klogeschichten nun aber beenden. Wer mehr hoeren moechte, dem kann man vielleicht die Ausfuehrungen der Missfits ueber das besondere Verhaeltnis von Maennern und Baeumen empfehlen. Litfasssaeulen sind naemlich in Wirklichkeit Lesebaeume! ;-)) (Leider habe ich trotz halbwegs gruendlicher Suche hierzu keinen Link gefunden, man greife also auf sein eigenes Videoarchiv zurueck ...)
Lieber nochmal kurz zurueck zu den Waschraumgeschichten, denn danach soll man sich ja immer die Haende waschen. Jawohl, das moechte ich bekraeftigen: die Haende, im Plural! Hier sehe ich allerdings oft, dass entgegen der weit verbreiteten Ansicht ueber guanxi, Beziehungen (in Koeln heisst das Kluengel), nicht etwa die alte Regel gilt, dass eine Hand die andere waescht. Hier wird oft nur eine Hand gewaschen, oder genauer eher die Finger einer Hand. Hm.

Sonntag, 22. April 2007

Qualitaet

Ich hoerte gerade ein Maedel, das auf DW-TV ueber ein Konzert von Tokio Hotel mit folgenden Worten berichtete: "Ich bin beinahe in Ohnmacht gefallen, also muss es gut gewesen sein!" Na, da weiss ich was Besseres: die Aerzte (aber nicht unbedingt die Band). Da gibt es eine ganze Reihe, die so gut waren, dass ich tatsaechlich in Ohnmacht gefallen bin!!